Container-Fonds: Anleger wollen ihre vollen Werte zurück haben

Schiffsbeteiligungen und Containerfonds laufen derzeit schlecht. Anteile am db Containerfonds beispielsweise werden im Zweitmarkt derzeit für 57,5% zum Verkauf angeboten. Zuvor waren für andere Anteile dieses Fonds noch 60% bezahlt worden. Mitte 2008 haben Anleger und Kunden der Deutschen Bank hoffnungsfroh 105% für die Anteile bezahlt und – einschließlich Ausgabegebühr – insgesamt 210 Mio. $ eingezahlt. Informationen, wie es um den Geschlossenen Fonds steht und warum es um den Wert der Anteile so schlecht steht, suchen Anleger vergeblich; auch jene, die möglicherweise auf die Idee kommen könnten, billig zu kaufen, was zuvor teuer bei wohlwollend für die Interessen der Bank beratenen Kunden platziert worden ist.

„Hier ist ein schwerer Interessenkonflikt zwischen dem Emissionshaus Bank und dem Bankkunden festzustellen“, meint Anwalt Joachim Schweiger von der Kanzlei DSKP.de in Düsseldorf. „Die Bank hat offenbar ihr Geld verdient und scheint die Anleger jetzt nicht mit schlechten Nachrichten aufscheuchen zu wollen; wenigstens so lange nicht, wie die Verjährungsfrist für etwaige Schadenersatzansprüche noch nicht abgelaufen ist. Wir vertreten Anleger in Gesellschafterversammlungen solcher Fonds. Wir kümmern uns im Mandat von Anlegern um sachgerechte und zeitnahe Informationen und sehen zu, dass Anleger ihr Geld zurückbekommen“, erklärt Anwalt Schweiger. Seit bald 25 Jahren holt er Geld aus gescheiterten Anlagen zurückholt.

Der Containerfonds der Deutschen Bank ist kein Einzelfall, und die Lage für Schiffsfonds und Containerfonds ist derzeit denkbar schlecht. Ob und wann sie wieder gut wird, darüber lässt sich trefflich spekulieren; zumal vor dem Hintergrund nachlassender Wirtschaftsprognosen. 
IGB Internationale Grundwert Beteiligungs-AG, Hamburg, hat seit 2005 fünf Container Fonds bei Anlegern platziert; u.a. bei Kunden der Commerzbank. Für Anteile am IGB Containerfonds 4 wurden zuletzt an der Zweitmarktbörse nur noch 45,5% bezahlt. Dabei hat der Fonds am 13.01.2012 eine Ausschüttung über 2,5% vorgenommen. Das ist weit weniger als prospektiert. Weitere Informationen will der Fondsverwalter in Hamburg nur gegen Vollmacht der Beteiligten herausgeben. 2009, als die Zeiten offenbar noch besser waren, zeigte man sich weniger zugeknöpft. „Es darf nicht sein, dass die Fondsverwalter intransparent und weitgehend unkontrolliert wirtschaften können“, fordert Anlegeranwalt Schweiger. „Viele Anleger geben ihre Stimmen für die Gesellschafterversammlungen sogar den Verwaltern. Die können sich dann quasi selbst kontrollieren. Und die Anleger wundern sich, wie ihre angeblichen Substanzwerte schwinden.“

Für andere Container-Beteiligungsgesellschaften sieht es strukturell kaum anders aus. Der „Schroeder & Co Container Fonds Österreich“ etwa wurde zuletzt mit nur noch 22,5% bezahlt. Für „CB171 Containerriesen der Zukunft“ liegt die Gegenwart unter 50%. „Das müssen sich Anleger nicht gefallen lassen“, meint Anwalt Schweiger.

Düsseldorf, 26.01.2012 
Joachim K. Schweiger, Anwalt für Kapitalanlagerecht